Zeljko Vlahovic  Pianist

Gespräch über Liszt

 

 

… Sie haben für Ihre erste CD Werke von Franz Liszt eingespielt. Wie kam es dazu?

 

Der Impuls dafür ist mein besonderes Interesse und die Liebe, die ich als Pianist gegenüber dem musikalischen Giganten Franz Liszt habe. Schon als Kind war ich von seiner Persönlichkeit begeistert, die ich in einem alten Film über ihn gesehen habe. Das besondere war immer für mich seine Virtuosität und ich wünschte mir damals so spielen zu können wie er. Zuhause hatte ich Noten mit Liszts Rhapsodien und habe immer davon geträumt.

Heute bin ich erwachsener Pianist und diesem Traum, seine Werke zu spielen, bin ich gefolgt.

 

Was fasziniert Sie an ihm am meisten?

 

Neben den anderen Komponisten habe ich mich bis jetzt am meisten mit Liszts Musik befasst. Ich bin immer von neuem begeistert, was für ein unglaubliches Opus er geschrieben hat. Besonders faszinierend ist für mich seine Breite im Denken und seine kosmopolitische Person. Er war jemand, der sehr weit mit Ideen und Gedanken seiner Zeit voraus war. Diese Besonderheit kann man bei keinem anderen Komponisten in solchem Maße finden.

 

Sie haben gesagt, dass Liszt auch in Kroatien, in Zagreb, spielte?

 

Ja, sein Weg als Pianist und Kosmopolit hat ihn einmal auch nach Zagreb geführt. Das war im Jahr 1846. In diesem Jahr gab es zwei große kulturelle Ereignisse für die Kroaten: die erste kroatische Oper von Vatroslav Lisinski wurde uraufgeführt und Liszt hat seine Konzerte gegeben. Im Schloss von Samobor, eine Stadt neben Zagreb, wo er auch spielte, habe ich erfahren, dass er als Unterstützung für die damalige ungarische Partei in Kroatien, das Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war, engagiert wurde. Im Schlossmuseum wird übrigens auch seine Unterschrift ausgestellt. Interessant ist auch, dass ein paar Werke seines Opus kroatische Titel tragen.

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Bayreuth, Franz-Liszt-Museum, 2006

Bayreuth, Grab Franz Liszts, 2006

Bayreuth, Grabkapelle Franz Liszts, 2006